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Was ist Kunsttherapie
„Play and art are both manifestations of symbol formation in their use of objects to represent concepts and emotions to bridge inner and outer worlds.“
(S. 70, Caroline Case in: T. Dalley: Images of Art Therapy. Tavistock. 1987)
Kunsttherapie ist eine nonverbale Therapieform, die über den Einsatz von künstlerischen Medien einen Beitrag zur ganzheitlichen Förderung des Menschen leistet. Unter Verwendung des breiten Spektrums kreativer Materialien und Techniken nutzt die Kunsttherapie die heilende Kraft der Kunst. Im Gestalten mit den verschiedensten künstlerischen Materialien wird der Ausdruck von "inneren Bildern", Gefühlen, Bedürfnissen, Vorstellungen und Erfahrungen ermöglicht.
Spiegel
Diese Gestaltungen können als "Spiegel" für bewusste und unbewusste seelische Prozesse und Zustände angesehen werden. Dadurch können verdrängte, abgespaltene Seiten der Persönlichkeit im Schonraum der Therapie wieder wahrgenommen und integriert werden.
Alle kreativen Produktionen besitzen einen Ausdrucks- und einen Eindruckscharakter. Das bedeutet, ein Bild/Objekt drückt einen seelischen Zustand aus und wirkt gleichzeitig auf den Produzenten zurück. Der kreativ Schaffende kann durch seine Werk in einen Dialog treten - mit sich selbst, mit dem Therapeuten oder anderen Gruppenmitgliedern.
Durch das kreative Gestalten können Identitätsgefühl, Autonomie und Selbstwert gesteigert, Ressourcen und Selbstheilungskräfte aktiviert und Entwicklungsmöglichkeiten gefördert werden.
Material
Ein zentraler Aspekt in der kunsttherapeutischen Begleitung ist das Schaffen einer zwischenmenschlicher Atmosphäre, in der der/die KlientIn sein Leben und seine Umgebung gestalten kann. Die durch das Material ermöglichte Sinnerfahrung und die Diversität an Ausdrucksmöglichkeiten, sowie die daraus entstandenen Arbeiten, ermöglichen das Erleben der Vollständigkeit der eigenen Person. Der/die KlientIn gestaltet sich, über den kunsttherapeutischen Prozess, eine eigene Atmosphäre – er/sie schafft seine/ihre eigenen Welt bzw. eigenen Werke.
Wesentlich in der Kunsttherapie ist der Übergang vom Wollen ins Tun. Die Selbstmotivation ist eine der essentiellen Eigenschaften, um nicht zu stagnieren, um nicht zu Festzufahren. Sie führt den Menschen aus seiner Position (Krise) heraus in eine andere und lässt dadurch zu, dass er sich mit Handlungsalternativen auseinandersetzt. Über den Weg der Kunsttherapie werden Gewohnheiten bewusst und dadurch Denk- und Handlungsmuster in einen neuen Kontext gesetzt.
Dialog
Durch das Gestalten ist der/die KlientIn tätig und im inneren Dialog mit dem eigenen Selbst, mit seiner Biographie. Im Sinne V. E. Frankls geschieht durch den ersten Schritt des Ausdruckes (den Prozess des Gestaltens) eine Einstellungsveränderung.
Die Arbeit mit Ressourcen entfaltet ein Bewusstsein in dem Wünsche und Ziele zentral sind.
Schöpferisch sein heißt, das Leben als Kunstwerk zu erfassen. Wahrnehmungsfähigkeit, Entscheidungskraft und Gestaltungsfähigkeit verhelfen zu einem Gefühl der Stimmigkeit des eigenen Lebens. Die Kunsttherapie soll die Menschen anregen ihrer Wirklichkeit, ihrem Leben, eine Form zu geben, sie zu gestalten.
„Das Bild ist ein sichtbares, veränderliches Dokument. Durch den kreativen Akt wird dem Gefühl eine Form gegeben, dies setzt neue Informationen frei und hat einen „Ausdrucks- und Eindruckscharakter.“
(S. 97, Jolande Jacobi: Die Psychologie von C.G. Jung. Einführung in des Gesamtwerk. 2002, Fischer Verlag)
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